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Written by News Editor   
Thursday, 27 September 2007
Der Irak-Krieg war längst eine beschlossene Sache, als der Uno-Sicherheitsrat dazu tagte. Das zeigt das Protokoll eines Gesprächs Bush-Aznar. «Saddam Hussein wird sich nicht ändern und weiter sein Spiel spielen. Der Moment ist gekommen, sich ihn vom Hals zu schaffen.» US-Präsident George W. Bush nahm kein Blatt vor den Mund, als er am 22. Februar 2003 den damaligen spanischen Regierungschef José María Aznar auf seiner texanischen Ranch Crawford empfing, um über den bevorstehenden Einmarsch in den Irak zu sprechen. Der Krieg war beschlossene Sache: «Es bleiben noch zwei Wochen. In zwei Wochen sind wir militärisch soweit. Ende März sind wir in Bagdad.» Aznar hatte gegen die Kriegspläne grundsätzlich nichts einzuwenden. Doch er drängte darauf, dafür so viele Alliierte wie möglich zu gewinnen. Der Uno-Sicherheitsrat sollte, auf Initiative der Briten, in einer neuen Resolution grünes Licht für den Einmarsch geben. «Hab ein bisschen Geduld», bat Aznar seinen Gastgeber. «Meine Geduld ist erschöpft», antwortete Bush. Die Resolution kam nie zu Stande, der Krieg begann in der Nacht vom 19. auf den 20. März. Die Zitate stammen aus einem Gesprächsprotokoll, das heute in der Madrider Tageszeitung «El País» erschien. Das Protokoll fertigte laut «El País» Javier Rupérez an, damals spanischer Botschafter in Washington, der beim Gespräch zugegen war und als Dolmetscher für Aznar Bushs Worte ins Spanische übersetzte. Auf welche Weise die Zeitung Zugang zu diesem bisher unveröffentlichten Dokument erhalten hat, erfährt der Leser nicht. Weder Bush noch Aznar lassen während des Gesprächs den geringsten Zweifel daran erkennen, dass der Irak Massenvernichtungswaffen besitze und Saddam Hussein allein mit militärischen Mitteln zu bezwingen sei. Sie machen den Eindruck von Männern, die an ihre historische Sendung glauben. «Wenn uns in einigen Jahren die Geschichte beurteilen wird, möchte ich nicht, dass sich die Leute fragen, warum sich Bush oder Aznar oder Blair nicht ihrer Verantwortung gestellt haben», sagt der US-Präsident in einem Moment der Unterhaltung. Bush ist optimistisch Was die beiden Politiker vier Wochen vor dem Einmarsch am meisten beschäftigt, ist die richtige Strategie, um andere Länder von ihren Plänen zu überzeugen. «Wir würden gern mit dem Mandat der Uno handeln», sagt Bush. «Ich werde von nun an versuchen, eine möglichst subtile Rhetorik zu benutzen, während wir die Zustimmung zur Resolution zu erhalten versuchen. Wenn jemand sein Veto einlegt – wir gehen.» Wir gehen auf alle Fälle in den Krieg, soll das heissen. Gegen Ende des Gespräches sagt Aznar seinem Gastgeber: «Das einzige, was mir an dir Sorgen macht, ist dein Optimismus.» Worauf Bush antwortet: «Ich bin optimistisch, weil ich glaube, im Recht zu sein. Ich bin im Frieden mit mir.»
 

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