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Written by News Editor
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Wednesday, 26 September 2007 |


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Haidar Abdel Shafi,Mitbegründer der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Politiker und Arzt, ist gestern im Alter von 88 Jahren in Gaza an einem Krebsleiden gestorben.
Kaum ein Politiker ist unter den Palästinensern weniger umstritten als Haidar Abdel Shafi. Und kaum ein palästinensischer Politiker hat sein Fähnchen so wenig wie er nach dem Wind gehalten. Der hagere 88-jährige Antiopportunist mit den unbändigen Augenbrauen, der die palästinensische Delegation 1991 zur ersten Nahost-Friedenskonferenz nach Madrid führte, erlag gestern einem Krebsleiden.
Kritiker Arafats und Israels
Kompromisslos verurteilte Abdel Shafi das von Ex-Palästinenserpräsident Yasir Arafat gestiftete Chaos und den israelischen Siedlungsbau. Noch vor der Unterzeichnung der «Osloer Prinzipienerklärung» prophezeite er, dass der Prozess misslingen würde, wenn der Bau der jüdischen Siedlungen nicht gestoppt werde.
Mit leiser Stimme zog der «Gentleman der alten Schule», wie ihn Hanan Ashrawi, Delegationssprecherin in Madrid, einst nannte, seine Zuhörer in den Bann. Vor allem im Gaza-Streifen, wo er 1919 zur Welt kam und bis zum Schluss lebte, genoss der strikt weltliche und unabhängige frühere Parlamentsabgeordnete hohes Ansehen bei Anhängern aller Fraktionen.
Arzt und Politiker
Schwer zu sagen, ob er durch sein Engagement als Arzt oder das des Politikers so populär wurde. In beiden Bereichen hinterlässt Abdel Shafi tiefe Spuren. 1972 gründete er den palästinensischen Roten Halbmond (Pendant zum Roten Kreuz), wo sich Palästinenser kostenlos medizinisch behandeln lassen können. Er leitete ihn bis vor wenigen Jahren noch selbst.
Während der israelischen Besatzung des Gaza-Streifens (erstmals 1956), zog er sich in Jerusalem früh den Ruf eines Störenfriedes zu, weil er sich weigerte, unter dessen Verwaltung zu arbeiten. Nach dem Sechstagekrieg 1967 wurde der als Sympathisant der kommunistisch-militanten PFLP (Volksfront zur Befreiung Palästinas) geltende Arzt zum ersten Mal inhaftiert.
Für Kampf, aber gegen Terror
In einem Interview verteidigte Abdel Shafi noch vor vier Jahren den bewaffneten Kampf der Palästinenser, allerdings sollte der Widerstand in veränderter Form geführt werden. «Unsere Militäroperationen müssen strikten Verteidigungs-Charakter haben», sagte er. «Wir haben in Tel Aviv nichts verloren.»
Ungeachtet seiner grossen Popularität, die ihn 1996 mit den meisten Stimmen als Unabhängigen ins palästinensische Parlament einziehen liess, blieb Abdel Shafis politischer Einfluss doch begrenzt. Schon ein Jahr später kündigte er seinen Rücktritt an, weil er unter Arafat als Abgeordneter doch nichts ausrichten könne. Der prinzipientreue Abdel Shafi war damit der erste Arafat-Kritiker, der aus dem Alleingang des Palästinenserpräsidenten seine Konsequenzen zog. Den Kampf für Demokratie und für nationale Einheit führte er in Konferenzen und Diskussionsforen weiter. Um den Widerstand neu zu organisieren, müsste auch die Hamas einbezogen werden, plädierte er. «Es geht weder die USA noch Europa etwas an, wie wir unsere Angelegenheiten regeln. Eine nationale Einheitsregierung zu bilden, ist allein unsere Sache.» |