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Proteste gegen Militärregierung in Birma weiten sich aus PDF Print E-mail

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Written by News Editor   
Sunday, 23 September 2007
Rangun (Reuters) - In Birma haben sich die Demonstrationen gegen die Militärregierung des Landes am Wochenende zu den größten Protesten seit fast 20 Jahren ausgeweitet. In der früheren Hauptstadt Rangun zogen am Samstag buddhistische Mönche zum Haus der Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi und beteten mit der unter Arrest stehenden Frau. Die Friedensnobelpreisträgerin, die als Symbol der Widerstandsbewegung in dem südostasiatischen Land gilt, war seit ihrer letzten Inhaftierung im Jahr 2003 nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen worden. Ermutigt von der ergreifenden Szene, gingen am Sonntag in Rangun und Mandalay, der zweitgrößten Stadt des Landes, erneut tausende Menschen auf die Straße. Erstmals beteiligten sich auch Nonnen an den von buddhistischen Mönchen angeführten Protesten. Augenzeugen zufolge wich die bewaffnete Militärpolizei zurück, als die rund 1000 Mönche auf das Haus von Suu Kyi zumarschierten. "Sie liefen einfach singend vorbei", sagte ein Augenzeuge. Die Chefin der Nationalen Liga für Demokratie (NLD) kam daraufhin aus ihrem Haus und betete unter den Augen von Soldaten 15 Minuten lang mit den Mönchen. "Wir waren überwältigt, einige von uns konnten die Tränen nicht zurückhalten", sagte ein Augenzeuge. Suu Kyi hat seit dem haushohen Sieg ihrer Partei bei den Parlamentswahlen 1990 elf der vergangenen 17 Jahre entweder in Haft oder unter Hausarrest verbracht. Am Sonntag scheiterten rund 200 Mönche jedoch, als sie erneut zum Haus von Suu Kyi vordringen wollten. Mehrere Feuerwehr- und Polizeiwagen standen am Anfang der zum Haus führenden Straße, und Dutzende mit Schildern ausgestattete Polizisten sicherten die Stacheldrahtbarrikaden. Am Sonntagmorgen hatten sich etwa hundert buddhistische Nonnen mehr als 2000 Mönchen angeschlossen, um an einem Schrein in Rangun zu beten. Anschließend marschierten sie gemeinsam in das Zentrum der früheren Hauptstadt und riefen dabei: "Unsere Erhebung muss gelingen." Insgesamt gab es in Rangun fünf Protestmärsche mit mehr als 5000 Teilnehmern, in Mandalay fanden mindestens zwei weitere Demonstrationen statt. Die Stimmung war fröhlich und die Menschen auf den Straßen klatschten, als die Mönche vorbeizogen. Polizisten in Zivil überwachten die Proteste, es waren jedoch keine uniformierten Sicherheitskräfte auf den Straßen zu sehen. Am Samstag hatte eine Gruppe namens "All Burma Monks Alliance" erstmals auch die Zivilbevölkerung dazu aufgerufen, sich den friedlichen Protesten anzuschließen. Der Kampf gegen die schlimme Militärdiktatur müsse bis zu deren kompletten Fall fortgeführt werden, hieß es in der Stellungnahme, die auf der Internetseite www.burmanet.org veröffentlicht wurde. Bisher hatten die Mönche Zivilisten davon abgeraten, bei ihren Märschen mitzulaufen, da sie Vergeltungsmaßnahmen der Regierung und gewalttätige Ausschreitungen befürchten. Birma wird seit einem Putsch im Jahr 1962 vom Militär regiert. Die Generäle wollen möglicherweise bereits am Montag in der neuen Hauptstadt Naypyidaw zu ihrem vierteljährlichen Treffen zusammenkommen. Die Proteste dürften dann ganz oben auf der Agenda stehen. Auslöser der Unruhen war eine drastische Erhöhung der Benzin- und Gaspreise im vergangenen Monat gewesen. Seitdem wurden bei Demonstrationen mehr als 150 Menschen festgenommen. 1988 waren Proteste in Birma blutig niedergeschlagen worden, rund 3000 Menschen wurden getötet. Beobachter gehen davon aus, dass das Militär diesmal den Einsatz von Gewalt vermeiden will, um eine Ausweitung der Demonstrationen zu verhindern.
 



 

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