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Die Durchmesserlinie wird teurer als erwartet |
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Written by News Editor
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Saturday, 15 September 2007 |
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Beirut
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Die ersten fünf Baulose der Durchmesserlinie vom Hauptbahnhof Zürich nach Oerlikon kosten 234,5 Millionen Franken mehr als erwartet. Der Zürcher Regierungsrat hat deshalb kurzfristig einen Nachtragskredit von 93,8 Millionen Franken bewilligt. Obwohl der Bundesanteil noch nicht gesichert ist, beginnen die SBB nächste Woche mit den Bauarbeiten.
vö. Für den Bau der neuen Durchmesserlinie zwischen Oerlikon, Hauptbahnhof Zürich und Altstetten hatten die Zürcher Stimmberechtigten 2001 einen Staatsbeitrag von 580 Millionen Franken bewilligt. Bis Ende 2006 beliefen sich die Mehrkosten für den Kanton Zürich, der 40 Prozent der Gesamtkosten übernimmt, auf 9,2 Millionen Franken. Doch nun muss der Staatsbeitrag des Kantons Zürich um 16 Prozent oder 93,8 Millionen Franken aufgestockt werden, wie die SBB und der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) am Freitag an einer gemeinsamen Pressekonferenz in Zürich mitgeteilt haben.
Gleichzeitig liess der Regierungsrat in einem Communiqué verlauten, dass er aufgrund der zeitlichen Dringlichkeit einen entsprechenden Zusatzkredit bewilligt und den Kantonsrat schriftlich darüber informiert habe. Nur dank diesem Vorgehen könne der Terminplan eingehalten und könnten die Bauarbeiten wie geplant am 20. September aufgenommen werden, so der Regierungsrat, über dessen schnelles Handeln sich die Verantwortlichen der SBB und des ZVV gestern erleichtert zeigten.
Gute Wirtschaftslage steigert Kosten
Die Mehrkosten von insgesamt 234,5 Millionen Franken begründete Hansjörg Hess, der Leiter SBB Infrastruktur, vor allem mit der guten Wirtschaftslage. Bei der Vergabe der ersten fünf Baulose hätten die interessierten Bauunternehmen nicht mehr zum gleichen Preis wie im Jahr 2000 offeriert. Ausserdem seien die Stahlpreise und die Deponiekosten für Aushubmaterial gestiegen.
Die ersten fünf Baulose, die den unterirdischen Durchgangsbahnhof Löwenstrasse und den Weinbergtunnel enthalten, kosten deshalb 667 Millionen Franken. Das sind knapp 130 Millionen Franken mehr als geplant. Hinzu kommen rund 105 Millionen Franken für Projektrisiken und zusätzliche Fluchtstollen im Weinbergtunnel, die das Bundesamt für Verkehr nachträglich verlangt hat.
Endkosten von 1,8 Milliarden Franken
Unter Berücksichtigung der Teuerung und der Investitionen Dritter betragen damit laut Hess die Endkosten für die gesamte Durchmesserlinie aus heutiger Sicht 1,8 Milliarden Franken. 2013 sollen der Bahnhof Löwenstrasse und der Weinbergtunnel nach Oerlikon in Betrieb genommen werden. Bis 2015 soll die insgesamt 9,6 Kilometer lange Strecke mit einer zusätzlichen Spur nach Altstetten ergänzt werden. Ein entsprechendes Baulos ist ausgeschrieben worden.
Bundesgelder sind noch nicht gesichert
Punkto Finanzierung fühle man sich als Zürcher ein bisschen einsam, hielt ZVV-Direktor Franz Kagerbauer fest. Tatsächlich ist kurz vor dem offiziellen Baubeginn des Herzstücks der «Zukünftigen Entwicklung der Bahnprojekte» (ZEB), die der Zürcher S-Bahn wie dem überregionalen Verkehr dient, die Finanzierung des aus verschiedenen Töpfen gespeisten Bundesanteils immer noch nicht in allen Teilen beschlossen (NZZ 21. 2. 07 und 10. 8. 07). Natürlich sei diese Situation «unschön», sagte Hansjörg Hess. Doch würden zur Finanzierung alle Register gezogen und sämtliche Töpfe ins Auge gefasst. Intensive Gespräche zwischen der SBB, dem Bunde und dem Kanton Zürich seien im Gang, beteuerte er. Grundsätzlich zweifle beim Bund niemand an der Finanzierbarkeit der Durchmesserlinie. Auch Bundesrat Moritz Leuenberger habe seine Unterstützung zugesichert.
Erfreut über den bevorstehenden Baubeginn der Durchmesserlinie zeigten sich gestern FDP und EVP. Mit dem beschlossenen Zusatzkredit sichere der Zürcher Regierungsrat die rechtzeitige Inbetriebnahme der Anlage.
Bei der neuen Durchmesserlinie gehe es um eine zentrale Infrastruktur für den Wirtschafts- und Lebensraum Zürich, schreiben die Freisinnigen in einer Medienmitteilung. Die EVP nimmt die höheren Kosten des Projekts ohne Begeisterung zur Kenntnis. Ein Abspecken oder eine Redimensionierung des Projekts kommt ihrer Ansicht nach aber trotzdem nicht in Frage, halten sie in einer Stellungnahme fest. |