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Sunniten schwören Vergeltung für Tod von Scheich Abu Rischa |
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Written by News Editor
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Friday, 14 September 2007 |


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Rache für den Scheich: Nach dem tödlichen Anschlag auf den sunnitischen Stammesführer Abu Rischa fordern seine Verbündeten Vergeltung. Verantwortlich für das Attentat auf den Mann, der als wichtiger Partner der USA galt, soll al-Qaida sein.
Bagdad/Dubai - "Wir beschuldigen al-Qaida, wir werden unseren Kampf fortsetzen und wir werden uns rächen", sagte Ahmed Abu Rischa, der Bruder des Getöteten, der Nachrichtenagentur AFP. Der sunnitische Scheich Abdul Sattar Abu Rischa war gestern Nachmittag zusammen mit drei seiner Leibwächter bei einer Bombenexplosion in der Nähe seines Hauses in der westirakischen Stadt Ramadi getötet worden.
Der Stammesführer war einer der Hauptverbündeten der US-Armee beim Kampf gegen das Terrornetzwerk al-Qaida in der Provinz. Ministerpräsident Nuri al-Maliki erklärte, der Anschlag gehe eindeutig auf das Konto der al-Qaida. Er ordnete eine Untersuchung des Attentats an. "Wir haben einen Untersuchungsausschuss eingerichtet, um die Umstände des Vorfalls zu ermitteln. Wir sind sicher, dass wir die Urheber des Verbrechens verhaften und der Justiz übergeben werden", hieß es in einer in Bagdad veröffentlichten Erklärung des Regierungschefs.
Abu Rischa hatte vor einem Jahr den Zusammenschluss von 42 sunnitischen Familienclans erwirkt, die schließlich an der Seite der US-Truppen in der Unruheprovinz Anbar gegen Aufständische und Terroristen kämpften. Die Provinz war von US-Präsident George W. Bush bei einem Überraschungsbesuch im Irak als beispielhaft für mögliche Fortschritte in dem umkämpften Land gelobt worden. General David Petraeus hatte Abu Rischas Rolle in seinem Irak-Bericht zu Beginn der Woche hervorgehoben.
Wie die "Financial Times" (FT) berichtet, hatte Abu Rischas Kooperation mit den US-Truppen scharfe Kritik bei anderen sunnitischen Führern hervorgerufen. Sie warfen ihm Opportunismus vor. Unter schiitischen Führern gab es laut "FT" wiederum Widerstand gegen die Annäherung der USA an den Scheich.
Ministerpräsident Maliki befürchtet neue Gewalt
Zum Nachfolger des Scheichs an der Spitze der sogenannten Anbar-Rettungsfront wurde dessen Bruder Ahmed bestimmt.
Maliki deutete Befürchtungen an, der Anschlag auf Abu Rischa könne die Gewalt zwischen den Religionsgruppen anheizen. "Wir rufen alle ehrlichen Stammessöhne und alle aufrichtigen Männer auf, Fremden nicht die Gelegenheit zu geben, im geliebten Anbar das Sektierertum anzustacheln."
Wie die "FT" vermutet, könnte Abu Rischas Tod zudem andere sunnitische Führer davon abhalten, eine ähnlich prominente Rolle als US-Verbündeter einzunehmen.
In Anwesenheit einer hochrangig besetzten Regierungsdelegation wurde der Scheich in Ramadi zu Grabe getragen. Der Nachrichtensender al-Arabija berichtete, an der Trauerfeier für den Sunniten-Führer in der Anbar-Provinz hätten zwei Minister sowie der Nationale Sicherheitsberater Muwaffak al-Rubai teilgenommen. Staatspräsident Dschalal Talabani erklärte: "Der Irak hat einen seiner großartigsten Söhne verloren." Auch die US-Armee drückte der Familie ihr Beileid aus.
Unterdessen kündigte das US-Militär an, während des islamischen Fastenmonats Ramadan, der im Irak gestern begonnen hatte, würden täglich zwischen 50 und 80 Gefangene aus den Haftanstalten der Koalitionstruppen freigelassen.
flo/dpa/AFP |