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Geständnis: Baby aus Hochhaus geworfen |
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Written by News Editor
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Tuesday, 04 September 2007 |

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Hamburg (RPO). Die 27-jährige Angeklagte hat zu Beginn des Prozess zugegeben, ihr Baby aus einem Hamburger Hochhaus geworfen zu haben. Das Geständnis am Dienstag vor dem Landgericht kam überraschend. Bisher hatt die Frau zu dem Vorfall geschwiegen.
Die wegen Totschlags und falscher Verdächtigung ihres Freundes angeklagte 27-jährige Monika K. räumte ein, Mitte März allein in der Wohnung eines Hochhauskomplexes im Stadtteil Osdorf eine Tochter zur Welt gebracht und anschließend in eine Plastiktüte gesteckt zu haben. "Ich habe einen Schock gehabt und habe das Kind allein vom Balkon geworfen", sagte die junge Frau unter Tränen.
Damit wich sie zum ersten Mal von ihren bisherigen Aussagen ab. Während der polizeilichen Vernehmungen hatte sie immer wieder ihren ehemaligen Lebensgefährten und Vater des Kindes der Tat bezichtigt. "Heute ist der Tag, wo ich die Wahrheit sage", erklärte Monika K.
Zum Tathergang erklärte die Frau, die die Schwangerschaft vor ihrer katholischen Familie in Polen und ihren Bekannten geheim gehalten und nie einen Frauenarzt besucht hatte, sie habe am 15. März plötzlich starke Schmerzen bekommen. Sie habe sich hingelegt und sei mehrfach auf Toilette gewesen. Gegen Abend seien die Schmerzen besonders stark gewesen. "Da habe ich gesehen, dass das Kind kommt", sagte die 27-Jährige. Sie habe das Baby aufgefangen, allein mit einer Schere die Nabelschnur durchtrennt und in ein Handtuch gewickelt.
Dann habe sie ein Taxi rufen wollen, um ins Krankenhaus zu fahren. Plötzlich habe das Kind Geräusche gemacht, als kriege es keine Luft mehr. Danach habe sie es in die Tüte gesteckt und vom Balkon geworfen. Dabei erlitt der Säugling tödliche Kopfverletzungen.
"Das war in Panik", sagte sie über ihr Motiv. Sie sei allein gewesen, habe keine Hilfe gehabt. Das Kind sei viel früher gekommen, als sie immer gedacht habe. Sie habe sich immer vorgestellt, Mitte April zu ihrer Familie nach Polen zu fahren und dort Ende April oder Anfang Mai das Baby zur Welt zu bringen. Darum habe sie sich auch nie für Babyklappen interessiert.
Schwangere vertraute sich niemandem an
Die Aussage ließ jedoch weiterhin viele Fragen offen. So kann die Angeklagte nach eigenen Worten nicht sagen, warum sie sich niemandem anvertraute. Ihre Mutter hätte immer wieder gesagt, ein uneheliches Baby sei kein Problem, betonte die Angeklagte.
Ihrem ehemaligen Freund wies sie immer wieder eine Teilschuld für ihr Handeln zu. Er habe sie zu einer Abtreibung überreden wollen, immer wieder gesagt, er wolle das Kind nicht haben, und sie könne das allein nicht schaffen. Ihrem Freund, der sie nur ausgenutzt und andere Frauen gehabt haben soll, habe sie die Schuld an der Tat aus Rache zugeschrieben. "Die letzten Jahre mit ihm zusammen waren der Horror", sagte die Angeklagte.
Ein Passant hatte die Tüte mit dem toten Baby am 17. März auf einer Grünfläche am Hochhaus entdeckt. Drei Tage später vertraute sich die Mutter des Kindes einer Freundin an, die sie überredete, zur Polizei zu gehen. Bei ihrer Aussage verwickelte sie sich in Widersprüche.
Am Nachmittag sollte der Exfreund als Zeuge aussagen. Er tritt als Nebenkläger auf. Der Angeklagten drohen bis zu 15 Jahre Haft. |