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Anschlag auf Bundeswehr-Soldaten am Flughafen von Kabul |
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Written by News Editor
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Friday, 31 August 2007 |
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Berlin/Kabul (Reuters) - Die Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan sind am Freitag erneut von einem Selbstmordanschlag getroffen worden.
Bei dem Attentat am Flughafen von Kabul sei ein deutscher Soldat leicht verletzt worden, erklärte das Einsatzführungskommando in Potsdam. Der Täter habe versucht, sich mit seinem Fahrzeug zwischen die beiden gepanzerten Geländewagen einer Feldjäger-Streife zu drängen, und dann seine Bombe gezündet. Ob sich der Angriff gezielt gegen die Bundeswehr gerichtet habe, sei derzeit noch unklar. Augenzeugenberichten zufolge wurden bei dem Attentat ein afghanischer Soldat getötet und mehrere Menschen verletzt. Die radikal-islamischen Taliban bekannten sich gegenüber Medien zu der Tat und erklärten, sie hätten die Deutschen treffen wollen.
Der Anschlag habe sich gegen 05.00 Uhr deutscher Zeit ereignet, nachdem die Feldjäger-Streife auf dem Rückweg vom Flughafen eine Kontrollstelle passiert habe, erklärte das Einsatzführungskommando. Beide deutsche Fahrzeuge seien beschädigt worden und ins Hauptquartier der Nato-Truppe Isaf in Kabul zurückgekehrt. Über Verletzte oder Tote auf afghanischer Seite gebe es bisher keine Erkenntnisse. Bundeswehr und afghanische Behörden hätten die Ermittlungen aufgenommen.
Die Bedrohungslage in Kabul bleibt nach Einschätzung der Bundeswehr trotz des neuen Anschlags unverändert. Die Gefährdung werde als "mittel" eingestuft, danach muss in der afghanischen Hauptstadt mit Anschlägen gerechnet werden. Im Norden, wo die meisten der rund 3000 deutschen Soldaten im Einsatz sind, wird die Bedrohungslage als "niedrig bis mittel" eingeschätzt. Bei einem Selbstmordanschlag auf einem Markt im nordafghanischen Kundus waren Mitte Mai allerdings drei deutsche Soldaten getötet worden.
Zu dem Anschlag am Kabuler Flughafen bekannten sich die Taliban. "Wir haben mit einem Selbstmordattentäter die deutschen Truppen in Kabul angegriffen", sagte Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahed "Spiegel online". "Wir wollten die deutschen Truppen treffen, und das ist uns gelungen". Der Sprecher habe von einem toten deutschen und einem toten afghanischen Soldaten gesprochen, aber keine Details der Tat nennen können, berichtete das Online-Magazin.
Deutsche Politiker haben mehrfach gewarnt, dass die Taliban mit gezielten Angriffen auf Deutsche in Afghanistan versuchen könnten, die politische Debatte über die Mandatsverlängerung in Deutschland zu beeinflussen. Dem müsse Entschlossenheit entgegengesetzt werden, forderten sie. Bundeskanzlerin Angela Merkel warb ausdrücklich für eine Fortsetzung der Bundeswehr-Einsätze. "Das deutsche Engagement in Afghanistan ist ein Engagement, das der Sicherheit Deutschlands dient und gleichzeitig dem Wohle der afghanischen Bevölkerung", sagte sie im japanischen Kyoto.
Die Taliban haben in den vergangenen 19 Monaten zahlreiche Attentate gegen afghanische und ausländische Soldaten verübt. Seit Mitte Juli ist auch ein deutscher Ingenieur in der Gewalt der Taliban. Der 62-Jährige wurde in der Provinz Wardak entführt, der Krisenstab des Auswärtigen Amtes bemüht sich seither um seine Freilassung.
Der Bundestag entscheidet im Herbst über die Verlängerung der Mandate für den Afghanistan-Einsatz. Besonders in der SPD gibt es massive Bedenken gegen eine erneute Beteiligung am US-geführten Anti-Terror-Einsatz "Operation Enduring Freedom", (OEF) für den Deutschland 100 Elite-Soldaten bereithält. Sie waren allerdings seit Jahren nicht mehr für OEF im Einsatz. |