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Merkel erwartet harte Verhandlungen über Klimaschutz |
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Written by News Editor
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Friday, 31 August 2007 |
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Beirut
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Kyoto (Reuters) - Zehn Jahre nach dem Klimaschutz-Durchbruch von Kyoto hat Bundeskanzlerin Angela Merkel am damaligen Tagungsort harte Verhandlungen über das Nachfolgeabkommen angekündigt.
"Aber es gibt keinen Weg, sich davor zu drücken", sagte sie am Freitag in der alten japanischen Kaiserstadt. "Wenn wir nichts tun, müssen wir mit erheblichen Veränderungen unseres Klimas rechnen." Merkel bekräftigte ihr Kompromissangebot an die Schwellenländer für einen gemeinsamen Weg mit den Industrienationen zur Bekämpfung des Klimawandels. Als Umweltministerin hatte sie 1997 in einem zähen Ringen das Kyoto-Protokoll mitverhandelt, das erstmals verbindliche Ziele zur Verringerung der klimaschädlichen Treibhausgase festschrieb.
Das Protokoll läuft im Jahr 2012 aus, bis 2009 soll ein Anschlussvertrag stehen. Die Verhandlungen darüber starten Ende Dezember auf Bali. Dort müsse ein Mandat für weitergehende konkrete Ziele bei der Reduzierung von Kohlendioxid (CO2) vereinbart werden, forderte Merkel. Sie bekräftigte ihren Plan, bis 2050 den weltweiten CO2-Ausstoß zu halbieren. "Das ist ein sehr großes Ziel, aber es ist Konsens unter den Experten. Wenn wir es nicht schaffen, wird uns das teuer zu stehen kommen."
Merkel untermauerte ihren Vorschlag für eine Lastenteilung zwischen den Industrie- und den Schwellenländern. Demnach sollen die aufstrebenden Entwicklungsländer nur noch höchstens so lange ihren CO2-Ausstoß erhöhen dürfen, bis sie das stetig sinkende Niveau der Industrieländer erreichen. "Dieser Punkt darf nicht überschritten werden", betonte sie. "Es geht um die Frage: Ab wann können wir die Schwellenländer mit einbeziehen und welchen Maßstab verwenden wir für die Gestaltung einer gerechten Welt?"
Gegenwärtig liegt der CO2-Ausstoß in den Industrienationen pro Kopf um ein Vielfaches höher als in den Schwellenländern. So verzeichnen die USA nach Merkels Worten einen Pro-Kopf-Wert von 20 Tonnen im Jahr, Deutschland kommt auf elf Tonnen, die EU im Durchschnitt auf neun Tonnen. Dagegen steht China bei 3,5 Tonnen CO2 im Jahr. Weltweit liegt der Durchschnitt bei 4,2 Tonnen.
Die Vorgaben von Kyoto seien noch lange nicht erreicht, mahnte Merkel. So habe die Europäische Union den CO2-Ausstoß erst um 1,9 von zugesagten acht Prozent verringert, Deutschland stehe bei 18 von 21 Prozent. Japan indes hatte sich zur Reduktion um sechs Prozent verpflichtet gemessen am Wert von 1990 und verzeichnet stattdessen einen Zuwachs von 18 Prozent.
"KYOTO IST AUCH IN MEINEM LEBEN NICHT IRGENDEIN ORT"
Merkel erinnerte in ihrer Rede im Konferenzzentrum an die mühseligen Verhandlungen von 1997, die sich eine Woche lang hingezogen hatten. "Kyoto ist auch in meinem Leben nicht irgendein Ort."
"Ich kann mich noch erinnern, dass man Stunden und Aberstunden dort gesessen hat." In den nächtlichen Runden sei allmählich der Widerstand auf allen Seiten gebröckelt. "So eine Konferenz lebt ja davon, dass alle körperlich am Ende sind." Der ständige Nachschub an Weißbrot-Sandwiches mit Mayonnaise habe ein übriges getan. Allerdings habe der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl sie mehrmals am Telefon zum Durchhalten angefeuert. "Es war ein Gewusel wie auf einem Parteitag", erzählte Merkel. "Man musste aufpassen, dass sich die Wirtschaftslobbyisten nicht im Verhandlungsraum unter die Minister mischten. Irgendwann saßen wir dann an einem Morgen in den Sesseln und verabschiedeten das ganze." In der Kyoto-Woche habe sie nur einen der zahlreichen berühmten Tempel der Kulturmetropole besichtigen können. Im Rückblick verdanke sie Kyoto wichtige Erfahrungen für kniffelige internationale Gipfelrunden, die sie jetzt als Kanzlerin meistern müsse.
- von Claudia Kade - |