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Kreml macht Jagd auf weiteren Öl-Oligarchen |
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Written by News Editor
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Wednesday, 29 August 2007 |
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Beirut
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Die russische Justiz hat den Unternehmer Michail Guzerijew zur Verhaftung ausgeschrieben. Das Szenario gleicht dem Fall Chodorkowski.
Dabei hat er eigentlich schon klein beigegeben. Michail Guzerijew, Gründer des Ölkonzerns Russneft, willigte Ende Juli ein, sein Imperium zu verkaufen. Er war zuvor monatelang von Staatsanwälten und Steuerbeamten mit Klagen überzogen worden. «Man hat mir angeboten, im Guten aus dem Geschäft auszusteigen, ich habe abgelehnt. Danach begann eine beispiellose Hexenjagd», erklärte er seinen Mitarbeitern. Mit dem Verkauf von Russneft aber, würden sich die Probleme von selbst lösen. Einen neuen Eigentümer zu finden, schien nicht schwer: Der kremlnahe Oligarch Oleg Deripaska hat bereits Interesse angemeldet.
Doch Guzerijew ist den Ärger noch längst nicht los. Ein Moskauer Gericht erliess gestern Dienstag einen internationalen Haftbefehl gegen den 49-Jährigen. Begründet wurde dies damit, dass er sich trotz eines Ausreiseverbots ins Ausland abgesetzt habe. Laut Medienberichten befindet sich Guzerijew derzeit in Grossbritannien. Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte er vergangene Woche an der Beerdigung seines Sohnes. Dieser war, erst 21-jährig, unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen. Nach offiziellen Angaben starb er bei einem Autounfall in Moskau. Mehrere Trauergäste äusserten allerdings Zweifel an der Version.
Konzentrierter Angriff
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Die Attacke gegen Russneft startete im vergangenen Herbst. Die russische Justiz beschuldigte Guzerijew und eine Reihe weiterer Top-Manager des Konzerns der Steuerhinterziehung sowie illegaler Geschäftstätigkeit. Die Steuerbehörden forderten, die Firma sei dem Staat zu überschreiben. Mittlerweile hat ein Gericht sämtliche Russneft-Aktien eingefroren, wobei das Unternehmen gegen diesen Entscheid Rekurs einreichte.
Der konzentrierte Angriff auf die Firma weckt Erinnerungen an den Fall Chodorkowski. Der ehemalige Eigentümer des Ölkonzerns Jukos sitzt in Sibirien eine langjährige Haftstrafe ab. Wie Chodorkowski hat sich auch Guzerijew politisch engagiert allerdings vornehmlich im Kleinen, in seiner nordkaukasischen Heimatregion. Weil er einen oppositionellen Politiker unterstützte, überwarf er sich mit dem inguschetischen Präsidenten Murat Sjasikow. Auch mit Ramsan Kadyrow, dem starken Mann Tschetscheniens, geriet er aneinander.
Hinter der Kampagne könnte aber auch die von der Regierung forcierte «Renationalisierung» der Rohstoffbranche stehen. Der potenzielle Russneft-Käufer Deripaska verfügt über beste Beziehungen zum Kreml. Einige Beobachter vermuten, dass Deripaska das Unternehmen später an einen Staatskonzern weiterreichen könnte.
Damit würde sich der Kreml ein weiteres Filetstück der Branche sichern. Russneft ist in nur fünf Jahren zum siebtgrössten Erdölförderer Russlands aufgestiegen. Beteiligt daran ist auch der schweizerische Rohstoffhändler Glencore. |