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Niederländischer Rechtspopulist fordert Verbot des Korans PDF Print E-mail

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Written by News Editor   
Thursday, 09 August 2007
Nachdem am Samstag der Gründer des Komitees für ex-Moslems, Ehsan Jami, von drei Männern mit Migrationshintergrund im niederländischen Voorburg zusammengeschlagen wurde, sorgte nun die Reaktion des Fraktionsvorsitzenden der Partei für Freiheit (PVV) Geert Wilders für großes Aufsehen. Das Parlamentsmitglied verlangte ein unverzügliches Verbot des Korans. Am Mittwoch veröffentlichte„de Volkskrant“ einen Kommentar von Wilders in dem er den Koran diffamierte als „das Mein Kampf einer Religion, die es darauf abgesehen hat, andere zu eliminieren“. Die neuerlichen Anschläge auf Ehsan Jami zeigten seiner Meinung nach unverholen, dass der Koran Gewalt hervorbringe. Damit goß der Rechtspopulist Öl in das Diskussionsfeuer, dass seit dem Mord an Filmemeacher Theo van Gogh um die Begriffe Migration, Assimiliation und Integration lodert. Der 22-Jährige Jami hatte vor einiger Zeit von seinem Glauben abgeschworen und ein Komitee für Gleichgesinnte ins Leben gerufen. Wie sein Freund und Publizist Afshin Ellian der „Volkskrant“ mitteilte, wurde Jami seit längerem mit Anrufen terrorisiert. Der Überfall am Wochenende war bereits der dritte tätliche Angriff auf seine Person, weshalb er vorerst untergetaucht ist. Abu Zayd, Professor an der Humanistischen Universität in Utrecht für Islamwissenschaften, hat ebenfalls am eigenen Leib erfahren, wie gefährlich Kritik am eigenen Glauben sein kann. 1995 musste er aus Ägypten fliehen, nachdem er die Rechtmäßigkeit der Scharia, der Gesetze des Islam, in Frage gestellt hatte und bedroht wurde. Dass Wilders nun ein Verbot des Korans verlangt, sei nichtsdestotrotz „totaler Schwachsinn“. „Die Angreifer beziehen sich auf einzelne Stellen im Koran, die aus dem Kontext gerissen wurden“, sagte Zayd der „Volkskrant“ im Interview. Das sage aber nichts über den Islam als solchen aus. Eine wörtliche Auslegung passiere bei Bibelstudien, je nach Grad der Religiösität, ebenfalls, so der Hochschullehrer. Für Wilders dagegen steht fest, dass es keinen gemäßigten Islam gibt. Mehr noch, es bestünde gar kein Unterschied zwischen einem guten Islam und schlechten Islam, hieß es in seinem Artikel. Deshalb verlangte er von den „schwachen Gliedern“ in Den Haag umgehend von ihrem „krankhaften Streben nach einem utopischen Islam, der das Land in Verdamnis bringt“, abzukommen. Roel Meijers von der Universität in Nijmegen sieht das Problem nicht in den Suren, sondern in defizitären Integrationsbemühungen: „Moslems werden nicht durch den Koran radikalisiert, sondern von der Frustration und Gefühle der Erniedrigung.“ Im „Nederlands Dagblad“ bezeichnet der niederländische Imam Abdulwahid van Bommel die Forderungen Wilders als „geschmacklos“. Wilders wähle bewusst den Vergleich zu Nazi-Deutschland, da das für viele Menschen die moralische Referenz für das Böse sei. So festige dieser seine Partei und Position,erklärte van Bommel der Zeitung. Ella Vogelaar, Ministerin für Integration der Arbeitspartei PvdA, machte unmittelbar nach der Veröffentlichung von Wilders Beitrag deutlich, dass es zu keinem Verbot kommen werde: „Wir haben in den Niederlanden Religionsfreiheit.“ Und die ist nicht nur festgehalten im Grundgesetz, sondern hält die niederländischen Staaten seit 1576 in einem friedlichen Bund zusammen. Den Tenor der sogenannten „Pacifikatie van Gent“ bildet seitdem die Duldung von unterschiedlichen Glaubensrichtungen und ist ein elementarer Teil der niederländischen Identität. „Wir dürfen Moslems nicht als Ausländer bezeichnen, sondern als Bürger“, fordert Zayd in diesem Sinne, „Europa muss sich daran gewöhnen, das eine neue, komplexe Identität anrückt.“ Nebst der Diskussion um radikalisierte Meinungen und Integrationsbegehren, wagt die niederländische christlich-demokratische Volkspartei (CDA) einen erneuten Vorstoß in umstrittenes Terrain. Kammermitglied Madeleine van Toorenburg bestätigte gestern, dass sie versuchen werde ein Gesetz im Parlament durchzusetzen, dass die Schließung von Moscheen vorsieht, in denen radikale Imams predigen. Sie rechne fest mit der Unterstützung von einigen konservativen Parteien, so dass die nötige Mehrheit erreicht werde.
 



 

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