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Acht Millionen leben in extremer Not PDF Print E-mail



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Written by News Editor   
Monday, 30 July 2007
Die soziale Not im Irak ist schlimmer als unter Saddam Hussein, sagen Hilfsorganisationen. Über ein Viertel der Kinder ist unterernährt, Wasser längst Mangelware. Bagdad/Kairo - Im Irak droht im Schatten der täglichen Gewalt eine humanitäre Katastrophe. Acht Millionen Menschen in dem Bürgerkriegsland benötigten dringend Nahrungsmittel, Medikamente, Trinkwasser und Unterkunft, berichtete die britische Hilfsorganisation Oxfam am Montag in Amman. Hauptleidtragende seien die Kinder, von denen fast ein Drittel unterernährt seien. Oxfam und andere NGOs forderten bei der Vorstellung des Berichtes die irakische Regierung und Geberländer auf, den "täglichen Überlebenskampf" der Menschen im Irak mehr zu unterstützen.

 

Ein Drittel ist auf Hilfe angewiesen

Es waren seltene Momente der Freude für die Iraker, als am Sonntag ihre Fußballmannschaft den Triumph perfekt machte und das Finale des Asien-Cups für sich entscheiden konnte. Solch ausgelassene Feiern hatte es seit dem Ende der Diktatur nicht mehr gegeben. Der Alltag der Iraker wird nicht nur von fürchterlicher Gewalt, sondern immer mehr auch von sozialer Not bestimmt. Acht Millionen Iraker - ein Drittel der Bevölkerung - ist auf Nothilfe angewiesen, stellen die britische Hilfsorganisation Oxfam und das Koordinationskomitee der nationalen und internationalen NGOs im Irak in einer am Montag veröffentlichten Studie fest.

Schlimmer als unter Saddam

Die Lage sei heute schlimmer als vor dem Ende der Diktatur Saddam Husseins. 15 Prozent der Iraker können es sich nicht mehr leisten, regelmäßig zu essen. Die Unterernährung bei Kindern ist von 19 Prozent vor der Invasion auf 28 Prozent angestiegen. 70 Prozent der Iraker haben nicht genügend Wasser, 2003 waren es 50 Prozent. 43 Prozent der Bewohner des Zweistromlandes leben in "absoluter Armut", mehr als die Hälfte hat keine Arbeit mehr.

Das während den Sanktionen aufgebaute, flächendeckende staatliche Nahrungsmittel-Verteilungsprogramm funktioniert nur noch mit großen Lücken. Vor allem die zwei Millionen Flüchtlinge im eigenen Land sind davon ausgeschlossen. Oxfam fordert daher Bargeldauszahlungen an Haushalte, die von Witwen geführt werden, von 100 auf 200 Dollar monatlich zu erhöhen. Es liege durchaus in den finanziellen Möglichkeiten des Irak, eine Million Familien mit 200 Dollar pro Monat zu unterstützen.

Ein weiteres Problem ist laut Oxfam die Abwanderung von Fachkräften. 40 Prozent der Ärzte, Lehrer, Wasseringenieure und andere Fachleute haben das Land schon verlassen. 60.000 Iraker kehren derzeit jeden Monat ihrer Heimat den Rücken. Neben der irakischen Regierung verlangen die NGOs auch von der Staatengemeinschaft mehr Unterstützung. Die Hilfsgelder aus dem Ausland würden kontinuierlich zurückgehen. (Astrid Frefel/DER STANDARD, Printausgabe, 31.7.2007)

 

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