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Taliban: Beide deutsche Geiseln getötet PDF Print E-mail



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Written by News Editor   
Saturday, 21 July 2007

Die beiden in Afghanistan entführten Deutschen sollen getötet worden sein. Dies behauptet ein Taliban-Sprecher. Eine unabhängige Bestätigung gibt es derzeit nicht.

Die radikal-islamischen Taliban haben nach eigenen Angaben die beiden deutschen Geiseln in Afghanistan getötet. Ein Taliban-Sprecher sagte am Samstag (21.7.), die Geiseln sei erschossen worden, nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel Forderungen nach einem Abzug der deutschen Soldaten aus dem Land abgelehnt hatte und keine Verhandlungen aufgenommen worden waren. Eine unabhängige Bestätigung für die Nachrichten gibt es bislang nicht.

Drohungen auch gegen Südkorea

"Eine der Geiseln wurde um 12.05 Uhr afghanischer Zeit (9.35 MESZ) getötet", sagte Taliban-Sprecher Jussif Amadi der Deutschen Presse-Agentur dpa am Telefon. Nach Ablauf des Ultimatums um 13.00 Uhr (10.30 Uhr MESZ) wurde auch der zweite Deutsche getötet. Die Bundesregierung hat die Angaben zunächst nicht bestätigt. Die Äußerungen zu den Geiseln würden zwar sehr ernst genommen, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amts, Martin Jäger, in Berlin. "Bislang haben wir jedoch keine unabhängige Bestätigung dafür, dass ein entführter Deutscher ermordet worden sein könnte."

Der Sprecher der Taliban drohte auch mit der Tötung der am Donnerstag entführten Südkoreaner, wenn Südkorea nicht über den Rückzug seiner Soldaten verhandele. Insgesamt befinden sich nach Angaben Seouls 23 Südkoreaner in Afghanistan in Geiselhaft.

Die Deutschen waren am Dienstag in der Provinz Ghasni gut 120 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Kabul zusammen mit fünf afghanischen Begleitern verschleppt worden. Sie arbeiteten an einem Dammprojekt. Die Bundesregierung stellt jährlich 100 Millionen Euro für die bilaterale Entwicklungshilfe zur Verfügung. Davon gehen nach Angaben des Bundesentwicklungsministeriums jedes Jahr 20 Millionen an den Wiederaufbaufonds der afghanischen Regierung.

Merkel: "Das afghanische Volk nicht im Stich lassen

Die Bundesregierung hat wiederholt erklärt, sie lasse sich nicht erpressen. Zuletzt sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel: "Wir dürfen jetzt nicht mit unseren Anstrengungen nachlassen. Das afghanische Volk darf nicht im Stich gelassen werden." In einem Zeitungsinterview vom Samstag sagte sie weiter, die deutsche Beteiligung an den militärischen Optionen in Afghanistan müsse fortgesetzt werden.

Zuletzt war Anfang Juli ein Deutscher nach einer Woche in der Hand von Geiselnehmern freigekommen. Im Oktober 2006 waren im relativ sicheren Norden Afghanistans zwei deutsche Journalisten ermordet worden. Derzeit sind in dem Land mehr als 3000 Bundeswehrsoldaten im Einsatz. Es ist das drittgrößte Kontingent der Internationalen Schutztruppe ISAF. (wga)

 

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