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Geheimgefängnisse: Dick Marty sticht in Wespennetz |
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Written by News Editor
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Friday, 08 June 2007 |

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Der Europaratsermittler Dick Marty hat mit seinem Bericht über US-Geheimgefängnisse in Europa für Aufruhr gesorgt.
Die Vorwürfe des freisinnigen Tessiner Ständerats an die Adresse Polens und Rumäniens und seine scharfe Kritik an Deutschland wegen Behinderung der Aufdeckung illegaler Geheimdienstpraktiken wurden unverzüglich dementiert, zurückgewiesen und für unglaubwürdig erklärt.
Doch für den 62-jährigen früheren Staatsanwalt zählt, dass sich seine Hartnäckigkeit ausgezahlt hat. «Die Europäer sollten die Wahrheit über die Vergangenheit eingestehen», forderte er am Freitag in Paris.
Mit wenigen Mitarbeitern und sehr knappen Geldmitteln hat Marty dutzende Flugpläne der zivilen Flugkontrolle Eurocontrol nach Spuren durchforstet, er hat mit hochrangigen Geheimdienstlern aus den USA gesprochen und ebenso mit Verantwortlichen in Polen und Rumänien.
Marty: Spuren verwischt
In den USA dürfte Marty schon lange als unerwünschte Person gelten. In Polen hat man ihm vorgeworfen, nicht selbst vor Ort recherchiert zu haben. «Das wäre nicht sinnvoll gewesen», schreibt Marty in seinem Bericht. Denn: «Wir zweifeln nicht an der Kompetenz derjenigen, die die Spuren der Gefangenen verwischt haben.»
Bereits im vergangenen Jahr hatte Marty mit seinem ersten Bericht über geheime CIA-Flüge in Europa Furore gemacht. Damals beschuldigte er mehrere europäische Länder wie Deutschland, Spanien, die Türkei und Zypern, die Augen vor illegalen Aktivitäten der Amerikaner verschlossen zu haben.
Auch damals reagierten die Hauptstädte mit Dementis und Zurückweisungen. Doch Dick Marty hat seine Arbeit nach dem Motto «steter Tropfen höhlt den Stein» weiter verfolgt.
Hauptanklage: Menschenrechtsverletzungen in Europa
Bei aller Kritik an den USA richtet sich seine Hauptanklage doch an die Mitgliedsländer des Europarates, massiv und systematisch die Menschenrechte verletzt zu haben und auf ihren Staatsgebieten Praktiken gestattet zu haben, die der Folter gleichkommen.
Auch wenn diese Affäre im Sande verlaufen sollte, so kommt Marty das Verdienst zu, den Europarat aus seinem Schattendasein herausgerissen und in das Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit gerückt zu haben. Ausserdem ist ihm zu verdanken, dass die Staatenorganisation nun ihre Rolle als Gewissen der Europäer voll erfüllt hat.
Quelle: AP |