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Kriegverbrechen: Charles Taylor verantwortet sich vor UN-Gericht | Kriegverbrechen: Charles Taylor verantwortet sich vor UN-Gericht |
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| Written by News Editor | |
| Monday, 04 June 2007 | |
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Den Haag - Am heutigen Montag beginnt vor dem Gericht der Vereinten Nationen in Den Haag der Prozess gegen den früheren liberianische Präsident Charles Taylor. Großbritannien wird ihn im Fall einer Verurteilung inhaftieren. Die Anklage des liberianischen Ex-Präsidenten Taylor wegen Kriegsverbrechen stützt sich auf die Tatsache, dass Taylor im Bürgerkrieg in Sierra Leone in den 90er Jahren massiv Rebellen unterstützt hat und dabei an Verbrechen gegen die Menschlichkeit beteiligt gewesen ist. Nun sitzt der 59-Jährige als erster afrikanischer Staatschef der Geschichte der Vereinten Nationen vor einem internationalen Tribunal. Seit einem Jahr ist der Ex-Staatschef nahe der niederländischen Stadt La Haye inhaftiert, dort wo auch der jugoslawische Ex-Präsident Slobodan Milosevic bis zu seinem Tod im letzten Jahr festgehalten worden war. Nun muss sich Taylor vor einem Spezialtribunal für Sierra Leone in La Haye vor 11 Anklägern für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten. „Dies ist ein historischer Prozess, weil er die schweren Verbrechen behandelt, die ein Staatschef einst begangen hat“, sagte Stephen Rapp, Bevollmächtigter des Spezialgerichts. Laut der Anklageakten kontrollierte Taylor Rebellengruppen im Sierra Leone, die Zivilisten getötet und verstümmelt, Frauen sexuell genötigt und Kinder zu soldatischen Aktivitäten gezwungen haben. Der Angeklagte wird als zentrale Figur in den Bürgerkriegen in Liberia und Sierra Leone gehandelt, die zwischen 1989 und 2003 fast 400.000 Todesopfer forderten. Zentraler Anklagepunkt ist die Unterstützung einer Rebellion der Revolutionären Vereinigten Front (RUF) im März 1991. Taylor soll mit dieser Gruppierung in Waffen- und Diamantenhandel gestanden haben. 150 Zeugen werden im Lauf des Prozesses erwartet. Charles Taylor beharrt seine Unschuld. Laut seinem Anwalt Karim Khan ist er nur zweitrangiger Akteur in den Bürgerkriegen gewesen, indem er revolutionäre Gruppierungen unterstützt hätte. Der Verteidiger hat außerdem den Zeitdruck und die fehlenden Mittel für die Verteidigung bedauert. Auch die Verlegung des Gerichts von Freetown nach La Haye stehe einem geregelten Prozessverlauf im Weg, so Khan. Wird das UN-Gericht für schuldig plädieren und Taylor zu einer Gefängnisstrafe verurteilen, was erwartet wird, hat sich die englische Regierung bereit erklärt, Taylor in Großbritannien zu inhaftieren. (sl) |
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