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Fordernd, aber fair | Fordernd, aber fair |
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| Written by News Editor | |
| Friday, 01 June 2007 | |
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Paul Wolfowitz, der nach kaum zwei Jahren gescheiterte Präsident der Weltbank, war stellvertretender amerikanischer Verteidigungsminister. Robert Zoellick, der nach dem Willen von Präsident George W. Bush im Juli Wolfowitz an der Spitze der wichtigsten internationalen Entwicklungshilfebank nachfolgen soll, war stellvertretender amerikanischer Außenminister. Das dürfte für seine Aussichten, vom Direktorium in den kommenden Tagen bestätigt und bis spätestens Mitte Juni formal gewählt zu werden, ein gutes Vorzeichen sein. Wer immer mit dem Pentagon unter dem einstigen Verteidigungsminister Rumsfeld in Verbindung gebracht wird, hat es als Mitverantwortlicher für den umstrittenen Irak-Krieg schwer in den internationalen Organisationen.
Dabei gehört Zoellick - wie Wolfowitz - als Unterzeichner eines Briefes vom Januar 1998 an den damaligen Präsidenten Clinton zum (neokonservativen) Kreis der frühen Befürworter eines gewaltsamen Sturzes Saddam Husseins. Das wird ihm mancher nachtragen. Doch die vielen Ämter, die er in der Regierung unter den republikanischen Präsidenten Reagan sowie Bush Vater und Bush Sohn bekleidet und die unbestrittenen Leistungen, die er erbracht hat, werden selbst Skeptiker für den drahtigen Politiker und Langstreckenläufer einnehmen.
In Harvard studiert
Robert Bruce Zoellick wurde am 25. Juli 1953 in Naperville in Illinois geboren und studierte an der Elitehochschule Harvard die Rechte und Öffentliche Verwaltung. Von 1985 bis 1988 war er im Finanzministerium tätig. Mit seinem Mentor und Minister James A. Baker wechselte er ins Außenministerium. An den Verhandlungen zur Wiedervereinigung Deutschlands war er als Berater von Außenminister Baker nach dem Fall der Mauer maßgeblich beteiligt.
Bei den G-7-Gipfeln von 1991 und 1992 war Zoellick persönlicher Berater von Präsident George H. W. Bush, der ihn im August 1992 als stellvertretenden Stabschef ins Weiße Haus holte. Das Interregnum der Demokraten unter Clinton überdauerte er in Wirtschaft und Forschung. Gemeinsam mit der späteren Sicherheitsberaterin und heutigen Außenministerin Condoleezza Rice gehörte Zoellick im Wahlkampf 2000 zum außenpolitischen Beraterstab von George W. Bush.
2006 ging es zu Goldman Sachs
Als Handelsbeauftragter der Vereinigten Staaten bewies Zoellick von 2001 bis 2005 zumal bei den zähen Verhandlungen in der Welthandelsorganisation WTO und beim Werben im Kongress um den Abbau von Zollschranken, dass sein Bekenntnis zu Diplomatie und Freihandel ein prinzipielles ist. Sein Führungsstil wird als fordernd, aber fair beschrieben. Nach einer kurzen Zeit als Stellvertreter von Außenministerin Rice, in der er sich vor allem der Krisen im Süden und Westen Sudans annahm, wechselte er 2006 zur Investmentbank Goldman Sachs.
Zoellick will noch in dieser Woche mit führenden Mitarbeitern und Mitgliedern des Direktoriums der Weltbank zusammenkommen. Gerade die Europäer, die nach dem Streit um Wolfowitz das informelle Vorrecht der Amerikaner zur Nominierung des Weltbankpräsidenten anfechten wollten, werden sich für Zoellick aussprechen. Sie wissen, dass er ein glänzender Kandidat ist, um eine behäbige und selbstgefällige Institution wie die Weltbank zu reformieren und den von Wolfowitz maßgeblich angestoßenen Kampf gegen die Korruption fortzusetzen. |
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